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Schlägerservice

Schlägerservice | Besaitung

Jedes Material, egal wie gut es ist, verschleisst nach einiger Zeit.

Für ein erfolgreiches Match brauchen Sie folgende Voraussetzungen:

• die richtige Besaitung (Darmsaiten, Kunstsaiten)
• der richtige Griff (Basisgrip, Overgrip)
• für meinen Schläger (Bespannungshärte, DT-Wert) und meinen Spielstil  
• Schlägertunning (Schlägergewicht)
• ich benötige mehr Gewicht im Schlägerkopf, oder doch lieber einen ausgewogenen Rahmen (Balancing)

Was ist eigentlich wichtig an meinem Schläger?

 • kleinere Schlägerfläche = weniger Power, kleiner Sweetspot, höhere Präzision
 • dünnerer Rahmen = weniger Power, weniger Präzision, bessere Längenkontrolle
 • leichterer Rahmen = weniger Power, braucht wenig Kraft, flattert relativ schnell
 • grifflastiger Schläger = weniger Power, manövrierfreudiger

Umgekehrt gilt ebenso: 
 • größere Schlägerfläche = mehr Power, größerer Sweetspot, weniger Präzision
 • dickerer Rahmen = mehr Power, mehr Präzision, weniger Längenkontrolle
 • schwerer Rahmen = mehr Power, braucht viel Kraft, sehr stabil bei Flugbällen
 • kopflastiger Schläger = mehr Power, schwieriger zu manövrieren

Schwungstil 
 • Typ L = Langer Schwungstil = (MS) Midsize Schlagfläche bis ca. 630cm²,
Rahmen bis 22mm, Schlägergewicht über 320g
 • Typ M = Mittlerer Schwungstil = (MP) Midsize Plus+ Schlagfläche 630-650cm², Rahmen 22-25mm, Schlägergewicht 280-320g 
 • Typ K = Kurzer Schwungstil = (OS) Oversize-Schlagfläche > 650cm², Rahmen > 25mm, Schlägergewicht < 280g 

Auswahl / Empfehlung: 
Typ L: Profis und sehr gute athletische Spieler bevorzugen in der Regel Tennisschläger mit eine Fläche von unter 630 cm², deren Rahmen weniger als 23 mm stark, deren Gewicht aber zumeist deutlich über 300 g liegt. Dieser Typ Tennisschläger (Midsize) ist zwar sehr präzise, benötigt aber einen sehr großen Aufwand an Kraft und Kondition, die Power muß aus dem Arm kommen. Der kleine Sweetspot erfordert ein präzises Treffen des Balles. Vorteil dieses sehr sportlichen Rackettypes ist dessen große Präzision, die sehr gute Längenkontrolle und das Feedback, auf das kein Spitzenspieler verzichtet wird.
Typ M: ein sportlicher Späteinsteiger ist mit einem Tennisschläger um die 650 cm², einer Rahmenstärke von ca. 25 mm und einem Gewicht um 280 g gut bedient. Auch wenn er am Anfang den Ball nicht ideal trifft, fordert ihn so ein Tennisschläger heraus, er wird sich schnell verbessern, weil das Racket ihm Fehler recht deutlich aufzeigt.
Typ K: Freizeitspieler, viele Senioren und Damen sind mit Oversize-Rackets über 670 cm² und dickeren Rahmen >25 mm zumeist bestens bedient, da diese viel Eigenpower besitzen, d.h. den Ball auch mit wenig Kraft erheblich beschleunigen. Diese Art Tennisschläger verzeiht aufgrund des großen Sweetspots auch an meisten Fehler.

Saiten

Man kann kann Tennissaiten in zwei große Typen unterteilen: Naturdarmsaiten und Kunstsaiten.

Naturdarmsaiten
Naturdarmsaiten ("natural gut") werden in einem aufwendigen Verfahren aus Kuhdärmen hergestellt. Sie zeichnen sich durch unübertroffene Elastizität, Spannungsstabilität und "Lebendigkeit" aus. Aber sie sind sehr teuer und relativ witterungsempfindlich, obwohl Darmsaiten in den letzten Jahren in dieser Hinsicht stark verbessert wurden.

Kunstsaiten
Kunst- oder Synthetiksaiten sind meist High-Tech-Produkte, an denen ständig weiterentwickelt wird, um deren Spielbarkeit der von Naturdarmsaiten anzugleichen, bei gleichzeitig kostengünstigerer Produktion. Bei den Kunstsaiten gibt es eine Vielfalt an unterschiedlichen Strukturen und Materialien. Die wichtigsten Typen sind:

Nylonsaiten
Der am häufigsten verwendete Saitentyp. Nylonsaiten gehören zu den preisgünstigsten Tennissaiten und bestehen meist aus einem monofilen (einfaserigen) Nylonkern und verschiedenartigen widerstandsfähigen Ummantelungen.

Polyestersaiten
Polyestersaiten weisen eine äußerst einfache Konstruktion auf: Sie bestehen aus einem einzelnen Polyesterstrang und einer dünnen Beschichtung. Diese Konstruktion nennt man "Monofilament". Es gibt sie in verschiedenen Stärken (Durchmesser 1,10 bis 1,35 mm), wodurch man sich die Spieleigenschaften aussuchen kann. Polyestersaiten sind wenig elastisch und fühlen sich im Vergleich zu Nylon- oder Multifilamentsaiten relativ starr an, weisen dafür aber eine weitaus bessere Haltbarkeit auf, so daß auch dünnere Durchmesser verwendet werden können. Reine Polyestersaiten haben einen nicht unerheblichen Nachteil: Die Spannung wird nicht lange gehalten, die Kontrolle läßt nach und die Saite fühlt sich nach kurzer Spielzeit "tot" an.

Titanium-Saiten
Basierend auf Nylon- oder Multifilament-Saiten wird das Titan entweder außen auf die Saite aufgebracht, um das Material vor UV-Strahlung und Abrieb zu schützen, oder in die Fasern eingelagert, um die Spieleigenschaften zu verändern.

Multifilament-Saiten
Um den Darmsaiten in den Spieleigenschaften möglichst nahe zu kommen, verdrillt man bei diesen Saiten viele dünne Einzelfasern (Microfilamente), welche aus den verschiedensten Materialien bestehen können, zu einer Saite und ummantelt diese noch mit einem widerstandsfähigen Material. Vorteile sind hierbei höhere Elastizität und Spielbarkeit, aber solche Saiten fasern schnell auf und halten deshalb nicht lange. Zudem sind diese Saiten aufgrund der aufwendigen Herstellung nicht gerade billig. Der größte Vorteil dieser Saiten ist die hohe Armschonung.

Strukturierte Saiten
Saiten mit einer strukturierten Oberfläche sollen dem Spieler mehr Spin ermöglichen, indem sie besser in den Ball greifen. In der Tat bieten die meisten strukturierten Saiten einen tollen Spin und damit verbunden eine exzellente Kontrolle, doch leider spielt sich diese Struktur schnell ab, und außerdem verhilft sie der Saite nicht gerade zu mehr Haltbarkeit.

Hybridsaiten
Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Saiten, von denen eine für die Längs-, die andere für die Querbespannung verwendet wird. Da bei einer einheitlichen Bespannung eigentlich immer die Längssaite reißt, weil sie sich stärker bewegt und sich an der Quersaite "kaputtreibt", verwendet man bei Hybrid-Saiten für gewöhnlich eine haltbare Saite als Längssaite (z.B. Polyester oder Aramid/Kevlar/Technora). Als Quersaite verwendet man als Ausgleich eine sehr elastische Synthetiksaite. Die Spieleigenschaften solcher Hybrid-Bespannungen sind gut, und die Haltbarkeit einer Poly/Multi Hybridsaite ist oft sogar höher als die einer reinen Poly-Bespannung.

Allgemeines
Zur besseren Übersicht, inwiefern Bespannungshärte und Saitenstärke die Spieleigenschaften des Schlägers beeinflussen, hier eine Aufstellung:

Besaitungshärte Power Kontrolle Haltbarkeit Ballgefühl Armschonung
weicher mehr weniger mehr mehr mehr
härter weniger mehr weniger weniger weniger
Saitenstärke Elastizität Spin Haltbarkeit Ballgefühl Armschonung
dünner mehr mehr weniger mehr mehr
dicker weniger weniger mehr weniger weniger

Um die Haltbarkeit seiner Bespannung heraufzusetzen, sollte man seinen Schläger nie unnötig extremer Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit aussetzen. Man sollte den Schläger immer in der dafür vorgesehenen Schlägerhülle aufbewahren.
Bei Schlägern, bei denen die Saite am Kopf etwas vorsteht, sollte man ein Kopfschutzband anbringen (normales Klebeband), damit man erstens nicht mit der Saite am Boden reibt und zweitens kein Sand in die Ösen gelangen kann.
Saiten verlieren mit der Zeit an Elastizität. Bei der einen Saite geht das schneller, bei der anderen langsamer. Darunter leidet die Spielbarkeit, und wer einen empfindlichen Arm hat, der wird es bald im Ellenbogen spüren.
Generell sollte man nicht länger als 2 bis 3 Monate mit der selben Bespannung spielen. Dann wird es Zeit, die Saite herauszuschneiden und die Bespannung aufzufrischen.

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